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Der 1947 geborene Demnig wollte ein „Denkmal von unten" schaffen, dessen Antrieb aus der Bevölkerung kommt. Darüber hinaus sollte es möglich sein, sich individuell und vor allem im Alltag mit Vergangenheit auseinander zu setzen.
1993 kam Gunter Demnig die Idee für seine STOLPERSTEINE; er arbeitete gerade an seiner Kunstaktion, die an die Deportation der Roma und Sinti aus Köln erinnerte. Was der politisch engagierte Bildhauer Demnig 1997 als begrenzte Aktion begonnen hat, ist zu einem beeindruckenden Aufbruch in die Vergangenheit geworden, der nicht nur von deutschen Zeitungen und TV-Sendern, sondern auch im Ausland von der "New York Times" bis zur BBC aufmerksam verfolgt wird.
Demnig verlegte die ersten STOLPERSTEINE in Berlin-Kreuzberg. Er hatte dafür keine Genehmigung, jedoch wurden die Verlegungen nachträglich von der Stadtverwaltung genehmigt.
Der Kölner Künstler erinnert an die Opfer der NS-Zeit, an Juden, Sinti und Roma, an Homosexuelle, Kommunisten und Sozialdemokraten, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Die Beton-Steine mit den aufmontierten Messingplatten sind klein, nur zehn mal zehn Zentimeter groß, und liegen so bescheiden in den Bürgersteig eingebettet. Rund 5.500 Mal hat Gunter Demnig in über 97 Städten unter der stets gleichen Überschrift HIER WOHNTE einen Namen, ein paar Daten und Orte in die glänzenden Messingplatten gehämmert. Die Steine erinnern an die Deportierten und werden stellvertretend für diese zu unvergessenen Persönlichkeiten. Demnig: „Um die zentralen, monumentalen Gedenkstätten kann ja jeder einfach herumgehen. Denen kann man ausweichen. (…) Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist."
Seine Erinnerungs-Arbeit wurde offiziell gewürdigt: Am 27. Januar 2005, dem sechzigsten Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, wurde Demnig in Berlin mit dem "Obermayer German Jewish Award" ausgezeichnet. Die amerikanische Obermayer-Foundation würdigt damit das Engagement nichtjüdischer Deutscher für die Bewahrung und Erinnerung jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Deutschland.
Finanziert wurde und wird das Projekt bis heute durch Spenden und Patenschaften. Für 95 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen. (J.Weide)
Informationen: Gunter Demnig, Richard-Wagner-Straße 16, D-50674 Köln, Tel.: +49.221.251489, Fax: +49.221.2585194
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